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Dietmar Nietan
Peter Münstermann

Dürener Nachrichten 01.Februar 2011

Düren kann alleine nichts ausrichten“

Dem durch den Tagebau beeinflussten Stadtteil Merken sei am besten geholfen, wenn die Stadt in die Indeland GmbH eintritt, sagt MdB Dietmar Nietan.

Düren. Wenn die Stadt Düren in die Indeland-Entwicklungsgesellschaft eintreten würde, gäbe es eine „Win-win-Situation“, sagt der Dürener SPD-Bundestagsabgeordnete, Dietmar Nietan. Die Indeland GmbH entwickelt Perspektiven für die Zukunft, insbesondere nach dem Ende des Braunkohleabbaus in der Region. Ihr gehören acht umliegende Kommunen an, darunter der Kreis Düren, Eschweiler, Niederzier oder Jülich. Düren ist bisher nicht dabei. Der Stadtteil Merken grenzt unmittelbar an den Tagebau. Die SPD fordert schon lange, dass die Stadt sich der Gesellschaft anschließt, allein schon, „um mehr Zuschüsse zu erhalten“, wie Sozialdemokrat Nietan im Interview mit „DN“-Redakteur Ingo Latotzki sagt.

Warum drängen Sie so darauf, dass Düren in die Indeland GmbH eintritt. Kann die Stadt ihre Interessen allein nicht besser vertreten, mit ihren mehr als 90 000 Einwohnern?

Dietmar Nietan: Es wäre eine klassische Win-win-Situation. Die Indelandgesellschaft würde mehr Gewicht erhalten und die Stadt Düren würde profitieren, weil das Land NRW Indeland im Rahmen der Innovationsregion Rheinisches Revier eine besondere teilregionale Bedeutung zumisst. So ist die Indeland GmbH der Ansprechpartner, wenn es künftig um Zuschüsse geht. Wenn die Stadt möglichst viel für Merken herausholen will, geht das am besten über die Indelandgesellschaft.

In der Gesellschaft müsste sich Düren mit sieben weiteren Kommunen absprechen.

Nietan: Das stimmt. Aber bislang sind alle wichtigen Entscheidungen der Indeland GmbH im Konsens gefallen. Düren braucht Verbündete. Was ist die Alternative? Die Alternative ist, dass zukünftig wichtige Entwicklungen an Düren und damit an Merken vorbei gehen. Wenn Düren 70 Prozent der eigenen Forderungen mit der Unterstützung der Indeland Kommunen umsetzen kann, ist das immer noch besser als würde die Stadt zu 100 Prozent alleine agieren und deshalb vielleicht noch nicht einmal 50 Prozent der eigenen Wünschen realisieren.

Merken hat eine eigene Entwicklungsgesellschaft...

Nietan: Aber die kann alleine nur wenig ausrichten. Die Landesregierung schaut nicht auf Merken, sondern auf die gesamte Region. Es geht um Perspektiven im Tourismus- und Freizeitbereich sowie um strukturelle Entwicklungen in der Industrie- und Wirtschaftspolitik. Es geht um die Frage: Wie wird sich die gesamte Region in den nächsten Jahrzehnten entwickeln. Da schaut man in Düsseldorf nicht auf Ortsteile, sondern auf zusammenhängende Entwicklungsräume wie das Indeland.

Wie profitiert die Indeland GmbH, wenn Düren mitmacht?

Nietan: Wenn die Stadt der Indeland GmbH beitritt, wird die Gesellschaft aufgewertet. Sie bekommt eine neue Qualität, weil Düren sich als große Kommune einbringt. Die Stadt könnte wichtige Entwicklungen in der Strukturpolitik beeinflussen. Wir können jetzt im Bündnis mit den Nachbarkommunen gemeinsam eine ganze Menge für Merken und ganz Düren erreichen. Diese Chance sollten wir in Düren parteiübergreifend nutzen. Jegliche Häme oder Besserwisserei gegenüber denen, die bisher gegen einen Dürener Beitritt waren, verbietet sich dabei.

Kommentar von Peter Münstermann:

Wenn Düren der Indeland GmbH nicht beitritt, dann könnten dadurch wertvolle Wertschöpfungsresourcen verloren gehen. Wertschöpfung beinhaltet eben auch Arbeitsplätze!

Dürener Nachrichten 21.Januar 2011

Nietan: Für das 3. Gleis kämpfen
Düren. Der SPD-Bundestagsabgeordnete, Dietmar Nietan, fordert seinen Dürener Kollegen in Berlin, Thomas Rachel (CDU), auf, sich bei Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) „intensiv für ein 3. Gleis zwischen Aachen und Düren einzusetzen“. Wie berichtet, stehen die Chancen für diese seit vielen Jahren geforderte Verbindung aus finanziellen Gründen schlecht. Nietan: „Es ist Aufgabe von Thomas Rachel, nun für das 3. Gleis zu kämpfen.“ Sollte es nicht gebaut werden, hätte das „erhebliche Auswirkungen auf das bei Düren geplante Güterterminal“. Dietmar Nietan sagte, die Frage nach dem Gleis sei eine von bundespolitischer Relevanz. Es ginge darum, ob mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagert werden solle oder nicht. Als „Skandal“ bezeichnete es der Dürener Sozialdemokrat, dass auch keine Ausweichgleise, auf die langsamere Züge schnelleren ausweichen können, gebaut werden sollen. Nietan: „Verkehrsminister Ramsauer bevorzugt eindeutig seine Heimat Bayern mit Förderungen. NRW schaut als bevölkerungsreichstes Land in die Röhre.“

Kommentar von Peter Münstermann :
Das 3. Gleis ist für die Region von entscheidender Bedeutung. Wenn der geplante Güterterminal kommen sollte, ist auch die entsprechende Logistik gefordert. Es entstehen gleichzeitig aber auch mehrere Hundert zusätzliche Arbeitsplätze. Diese heimischen Arbeitsplätze werden u.a. mittelfristig gebraucht, damit die Menschen wieder näher an ihre Arbeitsplätze heranrücken und nicht wie heute teilweise 100  und mehr Kilometer pro Tag zurücklegen müssen. Allerdings müssten gleichzeitig aber auch die geplanten Umgehungsstraßen, sowie die entsprechenden neuen Autobahnanschlüsse umgesetzt werden.